Mittwoch, 19 Oktober 2016 10:30
Kategorie: Presse

Stabile Gesundheitsversorgung heißt kurze Wege in die Kliniken

Krankenhausträger plädieren für Bürgernähe, Versorgung vor Ort und sinnvolle Qualitätskriterien

Schwerin, d. 19. Oktober 2016. „Die Träger der 37 Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern bauen darauf, dass die neue Landesregierung die Zukunft der stationären Versorgung mit uns gemeinsam gestalten will.“ Das betonte der Vorsitzende der KGMV, Herr Dr. Hanns-Diethard Voigt, in der gestrigen Vorstandssitzung des Verbands der Klinikträger in Schwerin.

Eine bürgernahe Versorgung sei unabdingbar. Das bedeute vor allem auch, die Strukturen in den ländlichen Regionen stabil und zukunftssicher zu gestalten. Größere Entfernungen zu Krankenhäusern – also auch Schließung von Kliniken - wie sie kürzlich von den Krankenkassen als Option in den Raum gestellt wurden, sind angesichts der älter werdenden Bevölkerung absolut kontraproduktiv für eine stabile Gesundheitsversorgung insgesamt. „Ich bin mir sicher, dass sich die Mehrzahl der Menschen in unserem Bundesland kurze Wege zum nächsten Krankenhaus wünscht – nicht nur, um ihre kranken Angehörigen und Freunde oft besuchen zu können, sondern auch für eine optimale, schnelle Notfallversorgung, die im Übrigen ebenso wichtig für die vielen Feriengäste in unserem Bundesland ist. Wir wollen zudem nicht vergessen, dass es an niedergelassenen Ärzten in vielen Orten, vor allem in Flächenregionen, mangelt und die Krankenhäuser hier die ambulante Gesundheitsversorgung übernehmen“, sagte Dr. Voigt.
In Ballungsgebieten mögen Spezialisierungen eventuell ihre Berechtigung haben können, doch die Vor-Ort-Versorgung müsse in den ländlichen Gebieten soweit wie möglich eine Vollversorgung sein. Mit eingeschränktem Zuweisungskatalog geht das nicht, weil ein willkürlich beschnittener Betrieb nicht lebensfähig ist“, so Wolfang Gagzow, der Geschäftsführer der KGMV.
Die oft von so genannten Experten beschworene Maxime: Große Leistungsmenge gleich hohe Qualität könne daher nur wenn überhaupt ein Qualitätsparameter von vielen sein. Zum Glück habe die Politik inzwischen selbst erkannt, dass das Kriterium „Menge“ nicht allein auf den Standort bezogen gesehen werden kann. Es kommt dabei mehr noch auf den Arzt an, der die Leistung erbringt, das Krankenhaus-Team, das ihn dabei unterstützt, und nicht zuletzt auf menschliche Zuwendung gegenüber dem Patienten, die den Heilungsprozess ganz erheblich fördern oder eben verzögern, wenn im Fließbandbetrieb womöglich diese „weichen Faktoren“ verloren gehen. Die in MV erfolgreiche Messung echter Qualitätsdaten pro Patient und dessen Versorgung könnte auch dazu beitragen, kleine Krankenhausstandorte nicht nur zu erhalten, sondern den Patienten die hohe Qualität der Behandlungen zu sichern, die notwendig ist. Daraus ergebe sich allerdings die Forderung an den Gemeinsamen Bundesausschuss, die anerkannten Qualitätsindikatoren entsprechend weiterzuentwickeln. „Das ist eine wichtige Forderung, an der wir festhalten werden und für die der Gesetzgeber mit der Umformulierung der Mindestmengenbetrachtung bereits im Ansatz die richtigen Voraussetzungen geschaffen hat“, erklärte Gagzow

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